Humor in der Lehre

Humor in der Lehre

Wie setze ich wirkungsvoll Humor in der Lehre ein?

„Ich liebe diesen Humor in seiner Vorlesung, es lohnt sich schon allein deshalb hinzugehen.“ Sätze wie diese kann man öfter von Studierenden hören, die sich über Lehrveranstaltungen unterhalten. Offensichtlich mögen Studierende Spaß und Lachen in Lehrveranstaltungen. Aber lenkt Humor nicht eher ab? Macht man sich vielleicht unglaubwürdig als Lehrperson? Wieviel Humor ist angebracht und welche Art von Humor ist kontraproduktiv? Und wie kann man humorvolle Kommunikation gezielt einsetzen, um Lernen zu unterstützen?

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Humor ist die Fähigkeit,

  • für andere amüsant oder komisch zu sein, bzw. sie zum Lachen zu bringen (Lovorn, & Holaway, 2015)
  • auf bestimmte Dinge heiter und gelassen zu reagieren (Dudenredaktion, o.J.).

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Studierende zum Lachen oder Schmunzeln zu bringen, kann mehrere wichtige Funktionen für Lernen und Motivation haben:

  1. Humor verbessert die Arbeitsatmosphäre in Lehrveranstaltungen, sofern er positiv, also nicht abwertend ist. Eine gute Arbeitsatmosphäre erleichtert wiederum das Lernen (Banas, Dunbar, Rodriguez, & Liu, 2011; Gorham & Christophel, 2008).
  2. Durch Lachen wird Anspannung reduziert (Gorham & Christophel, 2008); Studierende werden dadurch aufnahmefähiger und kreativer.
  3. Eine Lehrveranstaltung wird durch Einsatz von Humor interessanter, daher besuchen Studierende diese Lehrveranstaltungen mehr (Wanzer, 2002).
  4. Die Anstrengungsbereitschaft Studierender für Aufgaben, die die Lehrperson stellt, kann steigen, wenn sie die Lehrperson aufgrund ihrer humorvoller Art mögen (Wanzer, 2002).
  5. Humor ist anregend für Studierende, sodass die Aufmerksamkeit geweckt wird (Wanzer, 2002). Neue Informationen können besser behalten werden, sofern die humorvolle Kommunikation sich auf den Stoff bezogen hat (Banas et al, 2011; Gorham & Christophel, 2008).

Weiterhin zeigen sich in Lehrveranstaltungen bessere Evaluationsergebnisse, wenn Lehrende Humor einsetzen (Bryant, Comisky, Crane & Zillmann, 1980) – außer es handelt sich um Humortypen wie Sarkasmus und abwertenden, aggressiven Humor (Banas et al., 2011). Darüber hinaus nimmt die Sympathie für die Lehrenden zu (Banas et al., 2011), da angemessener Humor die psychologische Distanz zwischen Lehrenden und Studierenden reduziert.

In Prüfungssituationen sollten Lehrende Humor nur unter Vorsicht einsetzen. Zwar können humorvolle Bemerkungen unter Umständen helfen, die Anspannung oder Prüfungsangst zu reduzieren. Jedoch ist die Bereitschaft der Studierenden zur Heiterkeit niedrig und ihre Ernsthaftigkeit hoch ausgeprägt, es fehlt also die richtige Stimmung. Daher fällt es ihnen schwer, Bemerkungen oder Verhaltensweisen humorvoll aufzunehmen: der sogenannte Humorrahmen ist nicht gegeben (Ruch & Zweyer, 2001). Humor von Seiten der Prüfenden kann dann leicht zu Verunsicherung, Irritation oder Stress führen. Studierende, die generell eine hohe Ängstlichkeit haben, ausgelacht zu werden, werden selbst wohlgemeinten Humor negativ interpretieren (Ruch, Hofmann, Platt & Proyer, 2014).

Um Humor in der Lehre förderlich einsetzen zu können, ist es daher wichtig zu wissen, welche Art von Humor günstig und welche Art ungünstig wirkt.

Es folgt eine Übersicht von möglichen Humortypen sowie von deren Angemessenheit in Lehrveranstaltungen.

Humortypen

Do’s und Don‘ts – Empfehlungen für humorvolle Kommunikation in Lehrveranstaltungen

Methodische Ideen, die Humor und Spaß erzeugen können

Buchempfehlungen zur Entwicklung des eigenen Humors

Quellen