Intervention

Intervention

Intervention bei Beiträgen von Studierenden, die Stereotype bedienen oder diskriminierend sind

Intervenieren Sie klar und deutlich, wenn Studierende sich gegenseitig abwerten, unterbrechen oder, wenn Sie das Gefühl haben, es werden Stereotype bedient oder dass gegen Regeln verstoßen wird, die ein lernförderliches und partizipationsförderndes Klima sichern sollen.

Ein „offenes Lernklima hängt von verschiedenen Faktoren ab, in unserem Zusammenhang aber besonders davon, ob es gelingt, die Studierenden in der Lehrveranstaltung und im Studiengang als Personen mit unterschiedlichen Erfahrungen, Interessen und Perspektiven wahrzunehmen und mit dafür zu sorgen, dass sich die Studierenden auch untereinander so wahrnehmen. Zwar ist der Prozentanteil von Studentinnen in MINT-Fächern, die sich offen diskriminiert fühlen (z.B. durch Hörsaalpfeifen, sexistische Sprüche und Übergriffe), in den letzten Jahren auf erfreulich knappe 5% gesunken (siehe Ihsen u.a. 2013), dennoch finden sich noch immer meist unterschwellige Stereotypisierungen und Diskriminierungen, denen im Sinne eines offenen Lernklimas explizit und unmissverständlich zu begegnen ist. Insbesondere männliche Lehrende haben hier eine sehr gute Möglichkeit, positiv Einfluss zu nehmen und Stellung zu beziehen. Dies kann auf verschiedene Art und Weise in abgestuften Eskalierungen geschehen:

  • Vermeiden Sie selbst jede Form stereotyper Beispiele.
  • Vermeiden Sie insbesondere Witze, Geschichten oder Aussagen, die Studierende aufgrund ihrer körperlichen Beeinträchtigung, die sexuellen Orientierung, ihrer Herkunft, ihres Aussehens, ihres Geschlechts oder ihrer religiösen Orientierung abwerten könnten.
  • Lachen Sie nicht mit, wenn Witze zu Lasten einzelner Zielgruppen gehen.
  • Sprechen Sie diejenigen gezielt an, die „Sprüche klopfen“ und verbitten Sie sich das für Ihre Lehrveranstaltung.
  • Sprechen Sie das Thema in der Lehrveranstaltung an und regen Sie Diskussionsprozesse zwischen den Studierenden an (häufig finden sich in der „schweigenden Mehrheit“ dann doch einige, die sich ebenfalls gestört fühlen).
  • Holen Sie sich Tipps bei der Gleichstellungsbeauftragten.
  • Problematisieren Sie Vorkommnisse im Fachbereichs- oder Fakultätsrat.“ (Ihsen, 2013)

Quellen