Studierende aktivieren

Studierende aktivieren

Wie aktiviere ich Studierende für Online-Angebote?

Dank der Digitalisierung, die derzeit in aller Munde ist, wird es immer selbstverständlicher, dass Hochschullehre sich nicht ausschließlich auf die Präsenzzeit reduziert, sondern um digitale Angebote ergänzt wird. Unabhängig davon, ob es sich dabei um eine Anreicherung der Präsenzlehre handelt, um integrierte Blended Learning Konzepte oder um reine Onlinelehre (vgl. Bachmann et. al., 2002), es bleibt die Frage danach, wie aktiviere ich meine Studierenden, diese Angebote zu nutzen?

Grafiken und Tabellen

  • Abbildung 1: Fünf-Stufen-Modell nach Gilly Salmon (vgl. http://www.gilly salmon.com/five-stage-model.html
  • Tabelle 1: Muster für zeitliche Struktur (vgl. Salmon, 2013, S. 155)

Das Fünf-Stufen-Modell der E-Moderation

Die australische Professorin Gilly Salmon, die ihre wissenschaftliche Karriere an der Open University UK startete, antwortet hierauf mit ihrem mittlerweile vielfach erprobten Fünf-Stufen-Model der E-Moderation.

Nach dem Fünf-Stufen-Modell durchlaufen Lehrende als auch Lernende in einem Online-Lehr-Lernprozess insgesamt fünf Stufen. Je Stufe verändert sich der Schwerpunkt der Unterstützung durch die Lehrperson. Während sie zu Beginn noch sehr präsent ist, steigt die Interaktivität der Lernenden mit jeder Stufe an und die Lehrperson tritt mit jeder Stufe ein wenig mehr in den Hintergrund. Damit fördert das Modell nicht nur die Auseinandersetzung mit den fachlichen Themen. Beiläufig findet darüber hinaus auch die Entwicklung von E-Lernkompetenzen auf der Studierendenseite statt.

Wie der Abbildung zu entnehmen ist, übernimmt die Lehrperson insbesondere zwei zentrale Funktionen: Sie ist sensibilisiert für Lernhindernisse, die sich aufgrund technischer Probleme ergeben können und sich damit bewusst, die erste Anlaufstelle für Studierende zu sein und moderiert den Lernprozess. Was dies in der konkreten Ausprägung bedeutet, wird pro Stufe in den folgenden Abschnitten dargestellt.

An dieser Stelle sei noch darauf hingewiesen, dass der theoretisch skizzierte Ablauf des Modells in der Praxis nicht immer eins zu eins umsetzbar ist und somit meist nicht erst nach Abschluss einer Stufe die nächste beschritten wird. Häufig gehen die Stufen ineinander über, manchmal ist noch mal ein Rückschritt erforderlich und nicht immer wird die abschließende Stufe fünf „Entwicklung“ erreicht. Gerade weil es in der Praxis häufig zu diesen Vermischungen kommt, soll jedoch hervorgehoben werden, dass insbesondere in der Einhaltung der ersten beiden Stufen „Zugang und Motivation“ sowie „Online Sozialisation“ erfahrungsgemäß der Mehrwert des Modells und der Schlüssel zu aktiven Online-Lernenden liegt. Gilly Salmon (2011) beschreibt diesen Prozess wie das Erlernen des Autofahrens: „In learning to untertake a series of tasks, learners need to memorize basic sequences and gradually build up associations with prior knowledge before starting to untertake these procedures almost automatically, as they do when driving a vehicle. Then they can hope to benefit from online networking’s collaborative learning potential.“ (S.161)

Interessant an dieser Stelle ist noch die Frage danach, wie viel Zeit pro Stufe eingeplant werden sollte. Dies lässt sich jedoch nicht pauschal beantworten. Nichtsdestotrotz stellt Gilly Salmon (2013) in ihrem Buch „E-tivities“ einige Muster zur Verfügung, die Orientierung bieten können (s. S. 152 ff). Für einen zwölfwöchigen Universitätskurs schlägt sie folgende Aufteilung vor: (siehe Tabelle 1)

Quellen

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