Rollensimulationen
Trainieren Sie mit Studierenden professionelles Kommunikationsverhalten.
Interaktionen z.B. mit Kund:innen, Patient:innen, in Verhandlungen oder im Gerichtssaal können simuliert werden, um bestimmte Verhaltensweisen zu üben und zu reflektieren. Auch das Hineinversetzen in bestimmte Positionen oder Sichtweisen lässt sich trainieren. Rollen können sowohl von Studierenden als auch von Lehrenden, von KI-Tools oder externen Partner:innen übernommen werden.
Geben Sie eine klare Situationsbeschreibung und Vorbereitungszeit
Studierende benötigen eine präzise Situations- und Rollenbeschreibung und einen klaren Arbeitsauftrag mit Gesprächsziel. Generative KI kann hier hilfreiche Unterstützung bieten. Geben Sie außerdem Vorbereitungszeit. Sollen etwa Klimaschutzverhandlungen simuliert werden, müssen die Studierenden im Vorfeld die Positionen beteiligter Länder erarbeiten. Für die Simulation einer Gerichtsverhandlung kann ein ganzes Semester Vorbereitung nötig sein. Sollen Studierende ein neues Produkt vor einem fiktiven Unternehmensvorstand pitchen, müssen sie dessen Fragen und Einwände antizipieren.
Geben Sie einen klaren Rahmen für die Simulation
Überlegen Sie vorher, wie das räumliche Setting in Anlehnung an die reale Situation gestaltet sein muss. Geben Sie im Vorfeld klare Hinweise zum Zeitrahmen und in welcher Form Sie ggf. Zeichen geben, wenn die Simulation beendet werden soll. Um Vertrauen in die Methode zu wecken, sollten Sie vorher bekannt geben, wie die Reflexion erfolgen wird. Lassen Sie Studierende möglichst freiwillig Rollen wählen, denn nicht jede Person ist fähig sich der Beurteilung anderer im Plenum zu stellen. Ggf. kann man Studierende auch in Kleingruppen reihum üben lassen.
Es ist wichtig, den Hinweis zu geben, dass die Rolle nicht zu stark überzeichnet werden soll, also möglichst authentisch gespielt werden soll, da Rollensimulationen sonst leicht unrealistisch extrem werden.
Eine Videoaufnahme oder Notizen der beobachtenden Studierenden entlang bestimmter Kriterien können hilfreich für die anschließende Reflexion sein.
Beenden Sie die Rollensimulation, indem Sie den Protagonist:innen danken.
Auf die Reflexion kommt es an
Wechseln Sie das räumliche Setting zurück zu einer U-Form oder einem Kreis, um den Protagonist:innen das „Aussteigen“ aus der Rolle zu ermöglichen. Erinnern Sie an Feedbackregeln. Lassen Sie zuerst die Protagonist:innen sprechen und übergeben Sie ihnen auch das Abschlusswort nach dem Feedback. Lassen Sie zuerst die Studierenden Feedback geben, bevor Sie als Dozierende:r ergänzen.
Leitfragen der Reflexion können z.B. sein:
- Welches Verhalten / Argument war wirksam?
- Welche (körper-)sprachlichen Elemente hatten eine Wirkung in Hinblick auf das Kommunikationsziel?
- Welche Verbesserungsideen habt Ihr?
Eine Metareflexion zum Schluss, in der zusammengetragen wird, was an dieser konkreten Rollensimulation allgemein gelernt werden konnte, unterstützt das Erlernen von professionellem Kommunikationsverhalten.
Weiterführende Literatur
Schaller, R. (2017). Das große Rollenspiel-Buch: Grundtechniken, Anwendungsformen, Praxisbeispiele (2., überarbeitete und erweiterte Aufl.). Beltz.
Voss, R. (2025). Hochschullehre heute: Lehren, Beraten, Betreuen in Zeiten des technologischen Wandels. UVK Verlag. https://doi.org/10.36198/9783838563817