Einstieg und Ausgangslage

Einstieg und Ausgangslage

Wie werden Arbeitsblätter, Skripte und Folien nach didaktischen Gesichtspunkten gestaltet?

Lehrmaterialien – z. B. Arbeitsblätter, Skripten, Folien – unterstützen Studierende beim Lernprozess im Selbst- und Präsenzstudium. Im Zentrum stehen die Darstellung und die Veranschaulichung von Sachverhalten. Diese Ziele verfolgen Lehrmaterialien schon seit dem 17. Jahrhundert, als der böhmische Pädagoge Johann Amos Comenius mit dem Orbis sensualium pictus eines der ersten multimedialen Unterrichtsmaterialien entwickelte (vgl. Reble, 2002, S. 114ff.). Trotz des Alters des Werkes und der Tatsache, dass es Schulkindern bei der Orientierung in der Welt behilflich sein sollte, lassen sich Parallelen zu den Anforderungen an Lehrmaterialien an Hochschulen für Studierende finden. Lehrmaterialien dienen der

  • Orientierung Studierender (beispielsweise darüber, welche Inhalte im Semester be-handelt werden),
  • Vorselektion der Lehrkraft, d. h. welche Teilbereiche eines Themas relevant sein könnten (didaktische Reduktion),
  • anschaulichen Aufbereitung der Inhalte (durch prägnante Texte, Grafiken, Tabellen, Charts usw.),
  • Unterstützung der Präsenzphase (Folien),
  • Überprüfung des aktuellen Wissensstands Studierender (Arbeitsblätter) oder
  • Vor- bzw. Nachbereitung einer Lehrveranstaltung und Prüfungsvorbereitung (Skript).

Lehrmaterialien sollen durch ein strukturiertes, klares Layout überzeugen, das Überblick bietet, so dass Lernende gerne damit arbeiten. Das Aneignen, Lernen und Vertiefen von Inhalten gelingt besonders gut, wenn Unterlagen nach didaktischen Gestaltungsprinzipien erstellt werden. Haben Sie sich bereits grundlegend mit Didaktik beschäftigt, wissen Sie, dass es jedoch selten Patentrezepte für didaktische Fragestellungen gibt. Unterrichtsplanung und -gestaltung müssen immer Zielgruppe(n), Rahmenbedingungen, Lernziele, Inhalte, Methoden sowie das Assessment, also mögliche Prüfungsformen, beachten (vgl. z. B. das Berliner Didaktik Modell nach Heinmann, Otto und Schulz, nachzulesen u. a. in Flender (2005, S. 183ff.)).

Dies gilt auch für die Erstellung von Lehrmaterial: Muss ich im Vortrag mit Folien arbeiten? Wann lohnt sich die Erstellung eines Skripts? Wie viele Animationen oder Aufzählungszeichen auf einer Folie sind in Ordnung? – diese und andere Fragen sind erst durch die Betrachtung Ihres jeweiligen spezifischen Lehrkontextes sinnvoll zu beantworten:

  • Für welchen Kontext fertige ich die Materialien an (Vor-/Nachbereitung der Vorlesung, Prüfungsvorbereitung, Nachschlagewerk)?
  • Welche Inhalte müssen vermittelt werden?
  • Leite ich die Lehrveranstaltung einmalig oder regelmäßig?
  • Wie viel Vorwissen kann ich bei meinen Studierenden voraussetzen? Welche Inhalte sollte ich (zusätzlich) aufgreifen?
  • Kann ich Lehrmaterial kombinieren, zum Beispiel ausführliche/mit Notizen versehene Folien anstelle eines Skriptes herausgeben?
  • Wie können Studierende durch Lehrmaterial ihren aktuellen Wissensstand überprüfen?

In diesem Beitrag werden zunächst allgemeine Prinzipien zur guten Gestaltung von Lernmaterial aufgezeigt, um im Anschluss Einblicke in einzelne Darstellungselemente zu geben. Abschließend werden die drei gängigen Lehrmaterialien an Hochschulen vorgestellt und Brücken zu den Gestaltungsprinzipien und -elementen geschlagen. Folgende Lernmaterialen stehen im Fokus:

  • Präsentationsfolien, die insbesondere während der Vorlesung Dozierende unterstüt-zen, aber auch zur Vor- und Nachbereitung sowie als Skript herangezogen werden können.
  • Skripte, also i. d. R. umfangreiche (Text-)Dokumente, die prüfungsrelevante Inhalte einer Lehrveranstaltung bündeln und ausformulieren, aber auch als Nachschlagewerk im bzw. nach dem Studium dienen können.
  • Arbeitsblätter mit Aufträgen, die im Rahmen einer Lehrveranstaltung im Selbst- oder Präsenzstudium bearbeitet werden sollen.

Quellen

weiter in diesem Themenfeld