Ablauf einer Lehrveranstaltung

Rahmen für den Ablauf einer Lehrveranstaltung im Flipped Classroom und JiTT-Format

In diesem Abschnitt wird eine Checkliste vorgestellt, an der sich Lehrende bei der Planung und Durchführung einer Lehrveranstaltung orientieren können. Je nach individueller Gestaltung der Lehrveranstaltung sind Abweichungen möglich.

Im Zuge der Lehrveranstaltungsplanung sollten auch die unter „Details“ aufgeführten Fragen beantwortet werden, die hier in Form einer Checkliste gelistet sind.
Für welche Inhalte benötigen die Studierenden die Unterstützung durch den Lehrenden?
Für welche Inhalte brauchen die Studierenden Austausch mit einer Lerngruppe?
Welche Inhalte eignen sich für die Auslagerung aus der Präsenz und damit zur individuellen Aneignung in Selbstlernphasen?
Wie können diese Inhalte didaktisch sinnvoll (evtl. technologiegestützt) aufbereitet werden (vgl. Sams, S. 19)?
Welche Lerninhalte sind für die Klausur relevant bzw. welche Kompetenzen sollen die Studierenden im Rahmen der Lehrveranstaltung erwerben und welche Fragen ergeben sich daraus für die Feedbackschleifen am Ende der Selbstlernphasen?
Ist das E-Learning-Material für die Veranstaltung (wenigstens für die ersten Wochen) schon produziert?
Der ersten Präsenzveranstaltung kommt eine besondere Bedeutung zu. Dort werden die Rahmenbedingungen und der Ablauf der Veranstaltung vorgestellt.
Das Konzept vorstellen. Den Wechsel von Präsenzveranstaltung und Selbstlernphasen beschreiben.
  • In den Selbstlernphasen werden alle Informationen zur Verfügung gestellt, die man zum Bestehen der Lehrveranstaltung benötigt.
  • Präsenzphasen sind ein Angebot für Freiwillige.
  • Bitte nur vorbereitet in die Präsenzveranstaltung kommen.
  • In den Präsenzveranstaltungen werden die Inhalte aus den Selbstlernphasen nicht wiederholt. Es werden Verständnisprobleme gelöst und Lerninhalte vertieft.
  • Am Ende der Selbstlernphasen werden Verständnisfragen gestellt. Diese dienen als Feedback für die Lehrenden und zur Vorbereitung auf die Präsenz.
Anzahl der Präsenzveranstaltungen?
Ggf. das Zusammenspiel von Vorlesung und Übung vorstellen.
Welche Kompetenzen sollen in der Veranstaltung erworben werden?
Welche Themen werden im Rahmen der Veranstaltung behandelt?
In den Selbstlernphasen sollen die Studierenden nicht sich selbst überlassen werden. Deshalb ist es wichtig, dass ihnen das Gefühl vermittelt wird, dass die Lehrkraft auch in den Selbstlernphasen präsent ist.
Auf der Lernplattform (z.B. Moodle) zur Selbstlernphase begrüßen.
Auf eingehende Anfragen von Studierenden innerhalb von 24 Stunden reagieren.
Auf der Lernplattform mitteilen, was in der Selbstlernphase von den Studierenden verlangt wird.
Welche Inhalte sollen die Studierenden bearbeiten?
Bei längeren Selbstlernphasen: Welche „Meilensteine“ sollen bis wann erreicht sein?
Die Fragen zu den Lerninhalten auf der Lernplattform einstellen (Feedback für die Lehrperson).
  • Wichtig: Welche Inhalte müssen die Studierenden können?
  • Die Fragen in den Selbstlernphasen immer zu einem fixen Zeitpunkt einstellen (z.B. drei Tage vor der Präsenzveranstaltung).
In der Präsenz muss die Lehrkraft den Rollenwechsel vom/von der Vermittler/in zum/zur Moderator/in schaffen. Hierfür sind entsprechende Vorbereitungen zu treffen.
Vor der Präsenzveranstaltung (einige Stunden) die Ergebnisse zu den Verständnisfragen anschauen.
Ggf. unterstützendes Material im Hinblick die Ergebnisse aus den Fragen vorbereiten.
Material zur Vertiefung der Lerninhalte vorab vorbereiten.
Studierende willkommen heißen und danach fragen, was in der Selbstlernphase, aus organisatorischer Sicht, gut bzw. nicht so gut funktioniert hat.
Ergebnisse der Fragen vorstellen.
Fragen, bei denen es besondere Schwierigkeiten gab vom Plenum lösen lassen. Wenn die Lösung stockt, Unterstützung geben.
Lerninhalte weiter vertiefen (ggf. mit dem vorbereiteten Material) und mit aktivierenden Methoden.
Verabschieden und in die nächste Selbstlernphase einleiten.
  • Welche Inhalte werden behandelt?
  • Was wird bis wann erwartet?
  • ibt es organisatorische Besonderheiten?

Sams, A. (2012). Der „Flipped“ Classroom. In: J. Handke & A. Sperl (Hrsg.), Das Inverted Classroom Model. Begleitband zur ersten deutschen ICM-Konferenz. München: Oldenbourg Wissenschaftsverlag, S. 13–22