Hochschullehre on- und offline moderieren

Lehrgespräche und Diskussionen sind häufig anzutreffende Lehrmethoden, denn sie können, anders als viele aktivierende Methoden, im Plenum stattfinden und nehmen zumeist weniger Zeit in Anspruch. Diese und weitere Formate müssen aber moderiert werden. Lesen Sie weiter, um zu erfahren, wie das gelingt.

Werden Lehrgespräche eher im Rahmen der Wissensvermittlung beispielsweise in Vorlesungen eingesetzt, um Fragen zu klären oder Studierende zum aktiven Mitdenken oder Anwenden des vermittelten Wissens anzuregen.

So dienen Diskussionen dazu, Lernziele, Theorien, Thesen oder Perspektiven miteinander zu vergleichen, abzuwägen und zu argumentieren. Sie sind häufiger in den Sozial- und Geisteswissenschaftlichen Studiengängen oder in Seminaren anzutreffen und werde nach einer Textarbeit oder einem Referat eingesetzt.

Video: Moderation – Die Kunst des Gastgebens

Wie man einen möglichst einladenden Rahmen schafft und in der Moderation souverän und authentisch agiert, darum geht es bei diesem Video.

Externer Inhalt

Bei klassisch-neutralen Moderationen können Pinnwände und Karten oder digitale Whiteboards und andere digitale Tools eingesetzt werden. Moderierende führen durch den Prozess und die Gruppe entscheidet weitestgehend über Themen und Ergebnisse. Hier sehen Sie einen klassischen Ablaufplan einer Moderation:

Der klassische Ablauf einer Moderation sieht sechs Schritte vor:

  1. Einstieg
  2. Themen finden
  3. Themen auswählen
  4. Themen bearbeiten
  5. Maßnahmen planen
  6. Ausstieg

Es wird deutlich, dass die klassisch-neutrale Moderation nur an bestimmten Stellen in Lehrveranstaltungen zum Einsatz kommen kann.

Denn diese Form der Moderation setzt voraus, dass die Gruppe keinen Input braucht bzw. das Wissen hat, um an einer Frage zu arbeiten. Ebenso wird vorausgesetzt, dass die Gruppe über die Frage bzw. deren Lösung in einem gewissen Grad selbst entscheiden kann.

Anforderungen an die klassische Moderation

Als Lehrende sollten Sie sich fragen, wie Sie die oben genannten Anforderungen für eine Moderation in Lehre und Studium erreichen können, um die Lernziele zu erreichen. Einige Möglichkeiten sind:

  • Erheben von Vorkenntnissen oder als Klausurvorbereitung,
  • beim Einsatz von Kreativitätsmethoden und Problemlösestrategien oder
  • bei kompetenzorientierten Lehrmethoden wie Projektarbeiten geschehen.

Eine andere Möglichkeit ist der Einsatz einer „Bezüge-herstellenden Moderation“. Um mehr zu erfahren, lesen Sie einfach weiter oder klicken Sie hier für den schnellen Zugriff .

Selten werden Moderationen von professionalisierten Moderierenden übernommen. Öfter kommen sie von Vorgesetzen oder Teammitgliedern und fast allen stellt sich dabei die Herausforderung, in einer Doppelrolle zu sein: Man soll die Sitzung leiten, Beiträge zulassen bzw. integrieren und hat zugleich als Teil des Teams eine eigene Meinung, die den Prozess und die Moderation beeinflussen kann.

Ein ähnliches Phänomen gibt es in Lehrveranstaltungen, wo Lehrende nicht nur Moderierende, sondern auch Expert*innen, Prüfende, Forschende, Lernprozessbegleitende, „Modul-Ziel-im-Blickhaber*innen“ und noch einiges mehr sein können.

Insofern stellt sich die Frage, wie die Moderationsrolle in Lehrveranstaltungen zu füllen ist. Dabei gilt es vor allem Rollenklarheit herzustellen, sich der Rollenvielfalt bewusst zu sein und die entsprechenden methodischen und kommunikativen Mittel aus den vorhandenen verschiedenen Moderationssettings zielführend einzusetzen.

Lesen Sie im nächsten Abschnitt weiter, um mehr über unterschiedliche Moderationssettings zu erfahren.

Brinker, T. & Schumacher, E.-M. (2014). Befähigen statt Belehren. Neue Lehr- und Lernkultur an Hochschulen. Lehrkit für Hochschuldozierende. Arbeitsbuch und 66 Methodenkarten. Bern: HEP Verlag.

Dauscher, U. (1998): Moderationsmethoden und Zukunftswerkstatt, Neuwied/Kriftel/Berlin.

Decker, F. (1994) :Teamworking – Gruppen erfolgreich moderieren und führen. Mit Übungen zu geistiger Fitness und Entspannung. München.

Freimuth, J. und Barth Hogrefe, T. (2014): Handbuch Moderation: Konzepte, Anwendungen und Entwicklungen. Göttingen.

Freimuth, J. (2000): Moderation in der Hochschullehre: Konzepte und Erfahrungen in der Hochschullehre und Hochschulentwicklung, Hamburg.

Haussmann, M. (2014): UZMO. Denken mit dem Stift. Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden. München.

Kleber, K.; Schrader, E., Straub, Walter G. (1992): Kurz-Moderation, Hamburg.

Plate, M. (2014): Grundlagen der Kommunikation: Gespräche effektiv gestalten. Stuttgart.

Prior, M. (2004): Minimax-Interventionen. Heidelberg.

Schumacher, E.-M. (2011): Schwierige Situationen in der Lehre. Farmington Hill.

Seifert, J. W. (1999): Visualisieren, Präsentieren, Moderieren. Offenbach.

Seifert, J. W. (1999): Moderation und Kommunikation. Offenbach.

Seifert, J. W.(1995): Gruppenprozesse steuern. Als Moderator Energie bündeln, Konflikte bewältigen, Ziele erreichen. Offenbach.

Wagner, R. W. (2006): Mündliche Kommunikation in der Schule Stuttgart.