Moderationsrollen

Vom klassischen zum „Bezüge-herstellenden Moderieren“

Wie oben beschrieben hat in der klassischen Moderation der Moderierende „nur“ die Aufgabe, eine Gruppe beim Bearbeiten eines Themas oder Problems zu unterstützen. Sie sind von daher vor allem für den Prozess zuständig und müssen dabei – der Situation angemessen – Fragestellungen, Arbeitsweisen, Zeitmanagement, Methoden, Gruppendynamik, Beteiligung, Zielorientierung und Ergebnissicherung im Blick behalten.

Lehrende nehmen in Lehrveranstaltungen verschiedene Rollen ein: Sie sind Expert_innen, Vortragende, Feedback-Gebende, Wissensvermittelnde, Lernbegleitende, Moderierende, Prüfende, Wissenschaftler_innen, Hochschulvertretende, Vorbild und noch vieles mehr.

Je nach Lernziel und Auswahl der Methoden nehmen sie sowohl die klassische neutrale Moderationsrolle ein und nutzen spezifische Moderationsmethoden sowie Gesprächsführungstechniken oder sie haben eher die Bezüge-herstellende Moderationsrolle inne.

Moderationsrollen im Überblick

Abb. Aufgaben in der klassischen Moderation

Abb. Aufgaben in der Bezüge-herstellenden Moderation

Aspekte Klassische Moderation Bezüge-herstellende Moderation
in der Lehre
Setting Arbeitskontext, Projekte, Tagungen,
Abfrage von Vorwissen, Erwartungen
Lehrveranstaltungen: Lehrgespräche, Diskussionen, Lehrprojekte
Zumeist zeitlich begrenzt Immer wieder in Studium und Lehre
Rolle Neutral, oft extern und damit nicht Teil des Arbeits- und Fachkontextes Bezüge-herstellende Rolle
Teilrolle (Dozierende, Prüfende…)
Aufgaben Arbeitsweise zum Thema und Ziel vorbereiten und mit der Gruppe absprechen, Prozessgestaltung Thema, Gruppe, Fach und Lernziele und Prüfungen im Blick haben
Gesprächs-führung Aktives Zuhören „O-Ton“ spiegeln, Paraphrasieren, umschreiben, Fachliche Bezüge herstellen
Fragen W-Fragen (wer, wann, was, wie, womit…) Lernzielfragen, Fachfragen, Verständnis- Anwendungs-, ggf. Prüfungsfragen
Ergebnisse
sichern
durch Metaplankartenabfragen und Flipchart-Mitschriften Mündlich oder schriftlich; durch Studierende oder Lehrende, verschiedene Formen von visualisierten Kognitive Landkarten oder durch Einzug in den Lehrvortrag (Lehrgespräch)
Fokus Was ist für Sie hier wichtig? Was ist mir wichtig? Was ist für das Thema wichtig? Was ist für das Lernziel/Modul/Studienziel wichtig?

Brinker, T. & Schumacher, E.-M. (2014). Befähigen statt Belehren. Neue Lehr- und Lernkultur an Hochschulen. Lehrkit für Hochschuldozierende. Arbeitsbuch und 66 Methodenkarten. Bern: HEP Verlag.

Dauscher, U. (1998): Moderationsmethoden und Zukunftswerkstatt, Neuwied/Kriftel/Berlin.

Decker, F. (1994) :Teamworking – Gruppen erfolgreich moderieren und führen. Mit Übungen zu geistiger Fitness und Entspannung. München.

Freimuth, J. und Barth Hogrefe, T. (2014): Handbuch Moderation: Konzepte, Anwendungen und Entwicklungen. Göttingen.

Freimuth, J. (2000): Moderation in der Hochschullehre: Konzepte und Erfahrungen in der Hochschullehre und Hochschulentwicklung, Hamburg.

Haussmann, M. (2014): UZMO. Denken mit dem Stift. Visuell präsentieren, dokumentieren und erkunden. München.

Kleber, K.; Schrader, E., Straub, Walter G. (1992): Kurz-Moderation, Hamburg.

Plate, M. (2014): Grundlagen der Kommunikation: Gespräche effektiv gestalten. Stuttgart.

Prior, M. (2004): Minimax-Interventionen. Heidelberg.

Schumacher, E.-M. (2011): Schwierige Situationen in der Lehre. Farmington Hill.

Seifert, J. W. (1999): Visualisieren, Präsentieren, Moderieren. Offenbach.

Seifert, J. W. (1999): Moderation und Kommunikation. Offenbach.

Seifert, J. W.(1995): Gruppenprozesse steuern. Als Moderator Energie bündeln, Konflikte bewältigen, Ziele erreichen. Offenbach.

Wagner, R. W. (2006): Mündliche Kommunikation in der Schule Stuttgart.