Verbalisieren und Visualisieren
Tafelbilder, projizierte Grafiken oder Tabellen können von sehbeeinträchtigten Studiereden nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Eine Beschreibung und Erläuterung der genutzten Visualisierungen ermöglicht sehbeeinträchtigten Studierenden das Verständnis. Darüber hinaus unterstützt es alle Studierende, wenn sich die Lehrperson „die Zeit nimmt, eine komplexe Abbildung noch einmal ausführlich zu erläutern.“ (Björn Fisseler, 2014, S. 93)
„Kommen während einer Lehrveranstaltung Filme zum Einsatz, sollten (falls vorhanden) Untertitel eingeschaltet werden.“ (Klein, Struve, 2009)
Durch die ergänzende diversitätsgerechte mündliche Visualisierung von Arbeitsaufträgen und Anweisungen ermöglichen Sie auch Studierenden die Partizipation, die Sie akustisch oder sprachlich nur eingeschränkt verstehen. Die verschriftlichte Visualisierung, z. B. an der Tafel, kann die Verständlichkeit der Anweisung erhöhen. Darüber hinaus ermöglichen Sie Studierenden, die kurz abgelenkt waren oder verspätet zur Veranstaltung hinzugekommen sind, die Partizipation.
„Allen Studierenden kommt zugute, wenn Tafelbilder klar strukturiert sind und die Schrift auf Tafel und Folie ansprechend groß und deutlich ist.“ (Klein, Struve, 2009)
Gendersensible (Bild-)Sprache
Durch geschlechtersensible Sprache wird die Gleichwertigkeit und Gleichberechtigung aller Geschlechter sprachlich zum Ausdruck gebracht. Schon kleine Veränderungen des Sprachgebrauchs können eine große Wirkung haben, so dass sich alle Studierenden angesprochen, beachtet und respektiert fühlen.
Das Gleichstellungsbüro der TU Darmstadt gibt dazu aktuelle Empfehlungen.
Studierende generell unterstützen
- Schauen Sie bei Fragen alle Studierenden an, nicht nur Personen eines Geschlechts
- Vermeiden Sie nur die Studierende anzuschauen, die sich bisher häufig eingebracht haben; Sie verlieren so leicht andere aus dem Blick; blicken Sie auch Personen an, die sich bisher nicht oder nur gering beteiligten, sie könnten durch Ihren Blickkontakt ermutigt werden
- Sprechen Sie durch neutrale Pluralbildung (z. B. Studierende) oder explizite Bennung (z. B. wissenschaftliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen oder Mitarbeiter*innen) alle Geschlechter an.
- Loben Sie Studnet*innen gleichermaßen für Ihre Leistungen und für Ihre Anstrengungen. Ein „hm“ oder ein „o.k.“ oder ein bloßes nicken signalisiert weniger Anerkennung als die explizite Thematisierung, was Ihnen an der Antwort oder an der Argumentation gut gefallen hat.
- Geben Sie allen Student*innen bei Beiträgen und Antworten den gleichen Raum; oftmals lässt sich feststellen, dass Frauen von Lehrenden früher und öfter unterbrochen werden und ihnen weniger Redezeit zugestanden wird.
- Nehmen Sie nicht direkt die erste Person die sich meldet dran; geben Sie eine längere Bedenkzeit, so dass auch schüchternere Studierende oder Studierende, die für die Entscheidung sich zu melden, mehr Bedenkzeit benötigen, eine Chance haben.
- Ermutigen Sie zu Fragen und der Beteiligung auch und gerade bei möglicherweise falschen Antworten– als wichtige Chance für Lehrende und Studierende, da nur so seitens des Lehrenden gezielt Erklärungen und Unterstützung angeboten werden kann.
| Situation | Handlungsempfehlung |
| Sind sowohl Männer als auch Frauen gemeint, kann dies durch die explizite Beidnennung oder die neutrale Pluralbildung kenntlich gemacht werden: |
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| Statt expliziter Nennung und neutraler Pluralbildung kann häufig auch kreativ vereinfacht werden. |
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| Vermeiden Sie bei der Nutzung von Ausdrücken, Formulierungen und grafischen Darstellungen Stereotype |
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| Wählen Sie bewusst Beispiele und Grafiken, die kontrastierend zu vorherrschenden Stereotypen sind. |
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Erläutern Sie, warum Ihnen eine Sprache wichtig ist, die sowohl Frauen, wie auch Männer sichtbar macht und verweisen Sie hierzu auf Ressourcen zur geschlechtergerechten Sprache, so dass sich Ihre Studierenden mit den Möglichkeiten gendergerechter Sprache vertraut machen können und sich auch bei der Verfassung schriftlicher Ausarbeitungen hieran orientieren können. Das Kriterium einer gendergerechten Sprache kann auch als ein Bewertungskriterium von Präsentationen und schriftlichen Ausarbeitungen genutzt werden; in diesem Fall sollte es jedoch den Studierenden explizit transparent gemacht werden und den Studierenden Handreichungen zur Verfügung gestellt werden. Anbei finden Sie eine Auswahl von Handreichungen zum gendergerechten Sprachgebrauch mit Beispielen: |
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